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Ausbildung

Vertiefungsmodul

von der Evaluation zur Interventionsentwicklung

Körpersprache lesen – Wahrnehmung entwickeln – Beobachtungen therapeutisch nutzen

Der Sexocorporel strukturiert den therapeutischen Prozess aufgrund bestimmter Vorannahmen über Zusammenhänge zwischen Körper, Emotionen und Kognitionen. Durch die Evaluation mit dem*der Klient*in werden Informationen gesammelt, um ein vertieftes Verständnis der Logik des Systems zu entwickeln.
Informationen erhalten wir einerseits über das, was der Klient/die Klientin sagt und andererseits über das, was der Körper in der Sitzung zum Ausdruck bringt. Wir hören Beschreibungen über das körperliche Erleben und sehen den körperlichen Ausdruck unmittelbar vor uns. Gleichzeitig reagiert unser eigenes Körpersystem auf unser(e) Gegenüber.

Ein zentrales Anliegen des Vertiefungslehrgangs ist die Entwicklung hilfreicher Interventionen auf Basis der Wahrnehmungen in der Sitzung. Die präzise Beobachtung der körperlichen Prozesse und Ausdrucksformen wird handlungsleitend für den therapeutischen Prozess. Die Frage «Was sehe ich?» wird ergänzt durch die Frage «Was mache ich damit?» – und das vor dem Hintergrund des Anliegen.
Die Teilnehmenden entwickeln die Fähigkeit, körperliche Ausdrucksformen differenziert wahrzunehmen, präzise zu beschreiben und therapeutisch nutzbar zu machen. Sie stärken ihr professionelles Selbstverständnis, entwickeln ihre körperliche Wahrnehmung und emotionale Selbstregulation, erweitern ihre Beobachtungs- und Interventionskompetenz und gewinnen Sicherheit darin, die Sprache des Körpers als hilfreiche Informationsquelle in Beratung und Therapie einzubeziehen. Sie lernen, körperliche Beobachtungen in konkrete therapeutische Entscheidungen und Interventionen zu übersetzen und Menschen in ihren individuellen Regulations- und Entwicklungsprozessen gezielt zu begleiten.

Menschen drücken sich fortlaufend über ihren Körper aus: Bewegung, Atmung, Muskeltonus, Koordination, Mimik, Präsenz und Raumnutzung vermitteln Informationen über innere Prozesse, Befindlichkeiten und Regulationsmuster. Die wohlwollende Wahrnehmung all dieser Phänomene – ohne in Ursache-Wirkungs-Mustern zu interpretieren – ist ein zentrales Lernziel.
Durch die Entwicklung und Verfeinerung der eigenen Wahrnehmung – sowohl des Gegenübers wie auch des eigenen Systems – entsteht die Fähigkeit, körperliche Ausdrucksformen differenziert zu erkennen, präzise zu beschreiben und als wertneutrale Informationen für den therapeutischen Prozess zu nutzen.
Die Teilnehmenden erforschen ihre eigenen Körperorganisationen, ihre Wahrnehmungsgewohnheiten und ihre bevorzugten Beobachtungsmuster. Sie lernen, die eigene Körpersprache bewusster wahrzunehmen und als Ressource für Präsenz, Kontaktgestaltung und therapeutische Interventionen einzusetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vertiefungskurses liegt auf der Verkörperung von Emotionen und deren Regulationsmustern. Zustände des autonomen Nervensystems (ANS) dienen als orientierender Bezugsrahmen um körperliche und emotionale Zustände besser einzuordnen und zu verstehen.
Die Teilnehmenden lernen über Modulationen von Atmung, Haltung, Bewegung und räumlicher Orientierung emotionales Erleben zu gestalten – das eigene Erleben wie das der Klient*innen.

Ein zentraler Bestandteil des Lehrgangs ist die Frage, wie wahrgenommene Informationen in konkrete therapeutische Prozesse und Interventionen übersetzt werden können. Die Teilnehmenden lernen, körperliche Beobachtungen als Orientierung für Kontaktgestaltung, Resonanz, Gesprächsführung und körperorientierte Interventionen zu nutzen. Im Zentrum steht die Entwicklung eines differenzierten Verständnisses dafür, welche Interventionen den aktuellen Regulations- und Erlebenszustand eines Menschen unterstützen können.

Inhalte

  • Prozesssteuerung: die roten Fäden – in der Sitzung wie im Prozess
  • Vertiefung der Selbstwahrnehmung und Körperpräsenz
  • Wahrnehmung und Beschreibung von Atmung, Spannung, Bewegung, Haltung und Raumnutzung
  • Körperlesen statt Interpretieren und Deuten
  • Eigene Wahrnehmungs- und Beobachtungsmuster erkennen und reflektieren
  • Entwicklung sensomotorischer und perzeptiv-sensitiver Kompetenzen
  • Beobachtung autonomer Regulationsprozesse des ANS
  • Einbezug der Verkörperung von Emotionen im therapeutischen Prozess
  • Vertiefung der Kernelemente des Sexocorporel
  • Körpersprache als Informationsquelle im Beratungs- und Therapieprozess
  • Entwicklung einer differenzierten Beobachtungs- und Interventionskompetenz
  • Fallarbeit, Selbsterfahrung und praktische Übungssequenzen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Grundausbildung in Sexocorporel (iSi-Basiskurs oder Fundamentals)
  • Abgeschlossene oder fortgeschrittene beraterische, therapeutische oder psychosoziale Grundausbildung
  • Bereitschaft zu Selbsterfahrung, Reflexion und kontinuierlicher Übung zwischen den Modulen

Aufbau
Das Viertiefungsmodul besteht aus 3 Präsenzseminaren zu jeweils 4 Tagen und 3 einzelnen Tagen online.

Der Lehrgang verbindet körperorientiertes Lernen, theoretische Vertiefung, praktische Übungen, Demonstrationen, Fallarbeit und kollegiale Reflexion. Lernen erfolgt erfahrungsorientiert und praxisnah. Die Teilnehmenden entwickeln ihre Kompetenzen durch eigenes Erleben, Beobachten, Üben und Reflektieren.
Der Lehrgang umfasst drei Präsenzmodule à vier Tage. Zwischen den Modulen finden Online-Lerntage statt, welche der Vertiefung, Reflexion, Fallbesprechung und Integration des Gelernten in die eigene Praxis dienen.
Peergruppen unterstützen den Lernprozess zwischen den Modulen. Sie ermöglichen die kontinuierliche Arbeit an Beobachtungsaufgaben, den Austausch von Erfahrungen und die Weiterentwicklung der eigenen Wahrnehmungs- und Interventionskompetenz.

Zur Anmeldung schreiben Sie bitte eine Mail an: .

Kosten
2550€

Ort für die Präsenzseminare:
EmMi LuebesKind gGmbH
Littenstraße 87
(neben der Klosterruine)
10179 Berlin (Mitte)

Online via Zoom

Termine:
Folgen.

Zur Anmeldung schreiben Sie bitte eine Mail an: .

Die Infoveranstaltung informiert über die Inhalte, Struktur und Organisation der modularen Ausbildung. Sie dient einem ersten Kennenlernen und klärt noch offene Fragen. Die Teilnahme ist keine zwingende Voraussetzung zur Ausbildungsteilnahme.

Termin
Online via Zoom: 5.2.2027, 14.00-18.00

Kosten
(50€ die im Falle einer Teilnahme angerechnet werden.)

Zur Anmeldung füllen Sie uns bitte dieses Formular aus und senden es an (oder schreiben Sie uns eine E-Mail.)

Die Ausbildung wird vom Team des IfES durchgeführt.